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Nach
längerer Beschäftigung mit intakter Architektur in erzählerischen
Bildern und in kleinen, zarten Modellen, entwickelte Jannis Jaschke
im Jahr 2004 das Konzept einer zerstörten Villa.
Die erste Arbeit die dieses Gebäude voll zeigt, ist ein Modell
einer facettenreichen Ruine mit lebendiger Vergangenheit. Kaputte
Mauern, Treppen und weit aufgerissene Decken; kleine Stühle,
Möbelreste als fragmentartige Überbleibsel einer vergangenen
Zeit... und alles in aller Winzigkeit, im Miniaturformat. Kleinste
Tapetenreste hängen von den Wänden, die letzten Überreste
von Wandfarben – und Malereien scheinen auf den früheren
Bewohner hinzudeuten. Mit diesem Modell entwickelte Jannis Jaschke
einen Film, in welchem die Perspektive unablässig um das zerstörte
Haus kreist, das im Film verblüffend echt aussieht. Bei dieser
näheren Betrachtung ergibt sich eine beinahe fast gespenstische
Szenerie, die aber immer wieder durch die weichen und warmen Farben
eine eigentümliche Ruhe auf den Betrachter ausüben. Ist
er paralysiert von so viel, detailliert aufgenommener und nachgebildeter
Zerstörung? Die Offenheit mit der Jannis Jaschke bei der Umsetzung
dieser Arbeit vorgeht hat gar etwas kindlich- unschuldiges. Dennoch,
der Film vermittelt die düstere, bedrohliche Stimmung eines
Ortes, der gerade oder vor langer Zeit (man erahnt es nicht) zerstört
wurde. Die kaputten Teile des Hauses ragen weit heraus, wie Eisschollen.
Um dieses Haus herum entstanden seitdem über den Zeitraum von
mehreren Jahren weitere Arbeiten zum Konzept der Villa. Sie sind
Erinnerungen, fiktiv aber dennoch so unbarmherzig und echt, mit
aller Realität, die die Vergangheit einfach so und völlig
banal jeden Tag aufs Neue wieder mit sich bringt. Alles in diesen
Beiarbeiten, zum Konzept der Villa, dreht sich um ein Leben, das
darin und in der Umgebung des Gebäudes stattgefunden hat. Die
Villa offenbart sich in diesen Arbeiten als das Zentrum. Sie ist
der Mittelpunkt und nur sie kann die Summe aller Erinnerungen sein,
denn sie ist der Mittler für manchmal kostbare Erinnerungen
und Erlebnisse, da die reale Entsprechung nicht mehr vorhanden ist
oder gar nie existiert hat.
Pressetext Hafen+Rand
Galerie:
Jannis Jaschke: Die Villa
Installation, Objekt
Der in Ulm gebürtige und derzeit in Berlin lebende Jannis Jaschke
beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dem Werkkreis "Villa".
Ausgangspunkt ist eine imaginäre Villa, durch Jaschke in Gedanken
erschaffen und gleichzeitig in einen Auflösungsprozess geworfen.
Es entstehen Videoarbeiten, Abbilder in Verzerrungen, Objekte fragmentarischer
Anmutung, die Architekturmodelle referenzieren, Ansichten die Jaschke
je nach Ausstellungssituation installiert. Dabei begreift sich der
Ausstellungsort nicht nur als leere Bühne für eine autonome,
allfiktionale Arbeit seines Gedankenateliers, sondern vielmehr stellt
er die Exponate in Beziehung zum Präsentationsort. So wird
Jaschke beispielsweise in der Galerie Hafen+Rand die Lichtsetzung
von aussen mit Tageslichtscheinwerfern vornehmen. |
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*02.01.
1975 in Ulm
1996- 2000 Studium der Malerei, Assenza Malschule Basel, Schweiz
2000 Diplom Freie Malerei
Stipendien, Auszeichnungen/ Awards and Grants:
1999 Stipendium der Alexanderstiftung, Schweiz
2000 Stipendium der Alexanderstiftung, Schweiz
2003/ 2004 Förderung Junger Ulmer Künstler
Einzelausstellungen/ Solo Exhibitions:
1994 Kunstforum Homberg(Efze)
1999 Unternehmen Mitte, Basel
2002 H19, "Was du willst und was bleibt"(mit Hadrien Dussoix),
Berlin
Raum Luxus, "my personal Versuchsanordnung"(mit Hadrien
Dussoix), Berlin
2003 Ecole des Beaux- Arts, "Für Dich", Genf
2004 Raum Luxus, "Dream Machine", Berlin
2005 Ulmer Stadthaus und Ulmer Künstlerhaus(mit Elke Schweigart),
Ulm
2006 Hafen+Rand, Galerie auf St. Pauli, "Die Villa", Hamburg
Gruppenausstellungen/ Group Exhibitions:
2000 Galerie Renate Kammer, Hamburg
2001 Warteck pp, "Jungs und Mädchen", Base
2003 Galerie Brigitte Weiss, Zürich;
2004 Triennale Ulmer Kunst, Ulmer Museum, Ulm
2005 Taktgalerie Berlin, "Microwesten", Berlin
M3 Kunsthalle "Neue Produkte 1, 2", Berlin
1st Biennal of Young European Art, Warsaw |
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